Künstliche Intelligenz: Die Zukunft der Arbeit – schon heute?

 

Ein aktueller Überblick

Künstliche Intelligenz ist in aller Munde und nimmt einen rasanten Einfluss darauf, wie wir arbeiten. Ob beim Content in Form von Bildern, Texten und grafischen Elementen oder in der Gestaltung der Layouts selbst – im Bereich von Design und Medien tut sich jede Menge. Zeit für einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen.

Inhalt

1. Texte aus der Feder von Computerprogrammen
2. Grafiken durch künstliche Intelligenz
3. Intelligente Layouts
4. Bildbearbeitung mit KI
5. Adobe Sensei – KI in jedem Bereich
6. Fazit

1. Texte aus der Feder von Computerprogrammen

Nicht mehr ganz taufrisch, aber ein guter Einstieg, der zeigt, wohin die Reise hingeht. Schon 2012 berichteten Medien über automatische Texte zu Sportereignissen in den USA. In der Süddeutschen Zeitung erschien zum Beispiel ein Artikel über »Vollautomatische Berichterstattung«.

Mittlerweile gibt es diverse Lösungen, die man auch »von der Stange« kaufen kann. Anbieter wie retresco oder Arria bieten Textengines an, die automatisiert Texte erzeugen können. Eine Eigenentwicklung ist heute also nicht mehr zwingend nötig.

Automatischer Content ist das Zugpferd weiterer Megatrends: der Individualisierung und der Lokalisierung. Viele User erhalten bereits heute individuelle Nachrichten aus Ihrer Umgebung. Google News aggregiert Lokalnachrichten je nach Standort des Users und bietet Themenwelten, die seinen Interessen entsprechen.

Gegenüber der nächsten Entwicklungsstufe wirkt das aber wie der Vergleich eines altes Nokia-Handys mit einem modernen Smartphone. Die Varianten Hyper-Individualisierung und -Lokalisierung gehen viel weiter. Der Content selbst wird individuell an Einzelpersonen angepasst. Der Leser bekommt genau das, was er will. Die perfekten Artikel für seine ganz persönliche Nische – über seinen örtlichen Sportverein, seine Hobbys, seine Lieblingsurlaubsorte, oder Baumaßnahmen auf dem Weg zu seiner Arbeitsstelle. Die Artikel sind so geschrieben, dass sie seine Sprache sprechen und sie ihm Informationen in der Tiefe liefern, die er erwartet. Hinzu kommt die standortbezogene Werbung auf Smartphones, die direkt beim Besuch eines Geschäfts eingeblendet wird.

2. Grafiken durch künstliche Intelligenz

Eigentlich ist es ja verpönt unter Grafikern – Corel Draw. Die neue Version 2017 enthält aber eine spannende Funktion. »LiveSketch«. Ausgestattet mit einem neuralen Netzwerk erzeugt es saubere Vektoren bei der Arbeit mit Grafik-Tablets. Weitere Informationen dazu gibt es bei der Page.

Ganz anders geht Googles neues Tool AutoDraw vor. Schon seit einiger Zeit war das Tool QuickDraw online. Dieses Tool wurde offensichtlich genutzt, um ein neuronales Netzwerk anzulernen. Es sollte ausgehend von Skizzen erraten, was man gerade zeichnet. AutoDraw macht hieraus jetzt eine spannende WebApp. Eine simple Strichzeichnung genügt, damit das Tool Vorschläge macht, was man gerade zeichnet. Man bekommt die Möglichkeit, aus angezeigten Vorschlägen zu wählen. Die grobe Skizze wird dann durch eine professionelle Grafik ersetzt. Jeder kann so schnell Grafiken erstellen.

Aber auch bei Adobe hat die KI längst Einzug erhalten. Adobe Illustrator erkennt mit seinem Shaper-Werkzeug, welche Form man zeichnen will. Es verwandelt die grobe Skizze dann in die abstrakte Form, die gemeint ist.

Ein Beispiel in Google AutoDraw

Das Shaper-Tool in Adobe Illustrator

 

3. Intelligente Layouts

Ein weiteres interessantes Projekt ist thegrid.io. Dort erstellt »Molly«, eine künstliche Intelligenz, Website-Designs. Der Website-Betreiber erstellt Content in einem WYSIWYG-Editor. Den Rest erledigt die KI. Noch am Anfang, aber ein spannendes Beispiel, wie auch Layouts durch KI erzeugt werden können.

4. Bildbearbeitung mit KI

Weitgehend unbemerkt hat die KI in Photoshop schon seit Jahren Einzug erhalten. Tools, die Retuschen vereinfachen oder Bilder intelligent zu den Seiten erweitern (inhaltsbasiert), setzen Muster-Erkennungstechniken ein, die auf künstlicher Intelligenz basieren.

Aber auch künstlerisch tobt sich die KI bereits aus. Google Deep Style imitiert alte Meister und erschafft neue Kunst. Deep Dream hingegen träumt von Objekten in Bildern. Es erkennt Tiere und weitere Strukturen – ganz wie wir in Wolken Objekte wahrnehmen. Daraus entstehen psychedelische Kunstwerke. Mit den altbekannten Filtern und Effekten in Bildbearbeitungsprogrammen hat diese Art der Bildtransformation definitiv nicht mehr viel zu tun.

Zu viel Spielerei? Zurück zu relevanteren Produkten: Schon heute eine sinnvolle Ergänzung im Bereich des Digital Asset Management sind die KI-gestützten Verfahren der Bilderkennung. Die auf dem Markt befindliche Software erkennt Inhalte in Bildern und fügt passende Schlagworte automatisch hinzu. Passende Bilder zu einem bestimmten Thema können so in großen Bildbeständen viel einfacher gefunden werden.

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Google Deep Dream träumt von Tieren

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Google Deep Styler in Aktion

»KI findet sich an Stellen, an denen man sie noch gar nicht vermutet. Mit rasender Geschwindigkeit verbreitet sie sich immer weiter.«

 

5. Adobe Sensei – KI in jedem Bereich

Adobe setzt KI in seinen Programmen sehr vielseitig ein. Vom Scannen von Dokumenten und der damit verbundenen Texterkennung bis hin zu smarten Filtern, die Bildbestandteile erkennen und unterschiedlich behandeln können, gibt es viele Beispiele. Sie hilft beim Taggen von Bildern, wie bei Google. Die KI erkennt Gesichter und ermöglicht es Mimik und Gesichtsmerkmale interaktiv zu verändern.

Erste Experimente zeigen auch, wie eine Bildbearbeitung mit Sprachsteuerung funktionieren könnte. Der Computer führt gesprochene Befehle aus.

6. Fazit

In immer neuen Bereichen setzt sich die künstliche Intelligenz durch. Es wirkt aber oft so, als sei man an vielen Stellen immer noch in den Kinderschuhen. Die Lösungen benötigen die intensive Mitarbeit des Menschen, um vernünftige Ergebnisse zu produzieren. In vielen Fällen ist man von Perfektion noch weit entfernt. Aber schon heute übertrifft die KI den Menschen bereits in manchen Bereichen.

Mensch und Maschine ergänzen sich bestens. Sich wiederholende, nicht anspruchsvolle Arbeiten können immer öfter von Algorithmen übernommen werden. Im Gegenzug bleibt mehr Zeit für Aufgaben, die eine KI noch nicht übernehmen kann. Des Weiteren erzeugt die nötige Nachbearbeitung in den meisten Fällen immer noch weniger Aufwand als der vollständige Verzicht auf Lösungen mit künstlicher Intelligenz.

Der klare Vorteil intelligenter Maschinen wird immer deutlicher sichtbar. Maschinen lernen viel schneller als Menschen und können erlernte Aufgaben ebenfalls schneller erledigen. Was noch fehlt ist ein Algorithmus, der unsere Arbeitsabläufe studiert und – sobald er sie verstanden hat – übernimmt. Darauf darf man gespannt sein.

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